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Datum: Donnerstag, 8. Oktober 2015

Artikel: CGM / Philipp Streinz

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Jetzt kommt die Registrierkasse in die Ordination

Wie, wann und warum erfahren Sie hier!

Mit dem am 7.7.2015 vom Nationalrat beschlossenen Steuerreformgesetz treten ab 1.1.2016 einige Neuerungen in Kraft, die auch Ärzte in Ihrer Ordination betreffen. Ab 1.1.2016 müssen Betriebe alle Bareinnahmen zum Zweck der Losungsermittlung einzeln erfassen. Der Begriff „Barumsätze“ umfasst auch Zahlungen per Bankomat- oder Kreditkarte, Barschecks oder ausgegebenen Gutscheinen, Bons etc.

Registrierkassenpflicht

Unternehmen haben zur Einzelerfassung der Barumsätze zwingend ein elektronisches Aufzeichnungssystem (Registrierkasse) zu verwenden, wenn

  • der Jahresumsatz je Betrieb € 15.000,- und
  • die Barumsätze dieses Betriebs € 7.500,- im Jahr überschreiten.

Das heißt wenn Ärzte € 15.000,- Jahresumsatz erzielen und davon € 7.500,- in bar (Begriffsbestimmung siehe oben) einnehmen, sind sie verpflichtet ein elektronisches Aufzeichnungssystem zu verwenden. Ab dem erstmaligen Überschreiten der oben genannten Grenzen muss der Unternehmer mit Beginn des vierten Folgemonats nach Ablauf des Voranmeldezeitraums für die Umsatzsteuer (Kalendermonat oder Kalendervierteljahr) ein geeignetes Kassensystem verwenden.

Belegerteilungsverpflichtung

Jeder Betrieb ist ab 1.1.2016 verpflichtet, bei Barzahlungen einen Beleg (Kassabon) zu erstellen und dem Käufer auszuhändigen. Dieser muss den Beleg entgegennehmen und bis außerhalb der Ordinationsräumlichkeiten für Zwecke der Kontrolle durch die Finanzverwaltung mit sich führen. Jeder Beleg muss folgende Informationen enthalten:

  • Bezeichnung des leistenden/liefernden Unternehmens
  • fortlaufende Nummer mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die zur Identifizierung des Geschäftsvorfalls einmalig vergeben werden
  • Tag der Belegausstellung
  • Menge und handelsübliche Bezeichnung der Ware oder Dienstleistung
  • Betrag der Barzahlung
  • bei Verwendung von elektronischen Kassen:
    Kassenidentifikationsnummer, Datum und Uhrzeit der Belegausstellung, Betrag der Barzahlung nach Steuersätzen getrennt

Den Beleg muss der Unternehmer als Durchschrift oder elektronisch gespeicherte Datei sieben Jahre aufbewahren.

Geltungsbeginn der Neuregelungen

Die Bestimmungen zur Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht treten am 1.1.2016. in Kraft. Ab 1.1.2017 sollen alle Kassen­systeme zusätzlich über eine „technische Sicherheitseinrichtung gegen Manipulation“ verfügen. Bereits vorhandene oder vor dem 1.1.2017 gekaufte Kassensysteme müssen daher höchstwahrscheinlich nachgerüstet werden. In welcher Form und welche Kosten damit verbunden sein werden, hängt von der Art des vorgeschriebenen Manipulationsschutzes und der Art des vorhandenen Kassensystems ab. Die Beschreibung dieses Schutzes ist in einer in Begutachtung befindlichen Verordnung (Registrier­kassen­sicher­heits­verordnung) detailliert beschrieben. Unsere Softwaremodule können zum späteren Zeitpunkt nachgerüstet werden.

Förderung

Als Unterstützung zur Finanzierung der vorgeschriebenen Systeme (Anschaffung oder Umrüstung) ist eine beim Betriebsfinanzamt zu beantragende Prämie in Höhe von € 200,- pro Kassensystem (maximal aber € 30,- pro Erfassungseinheit) vorgesehen. Die Prämie kann bei der Steuererklärung geltend gemacht werden, wird dem Abgabenkonto gutgeschrieben und stellt keine Betriebseinnahme dar. Für die Inanspruchnahme müssen die Ausgaben jedoch vor dem 1.1.2017 erfolgen. Die Anschaffungs- bzw. Umrüstkosten sind nicht über mehrere Jahre zu verteilen, sondern können sofort im Jahr des Aufwandes in voller Höhe als Betriebsausgabe angesetzt werden.

Der Weg zum passenden Kassensystem: