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Datum: Samstag, 11. November 2017

Artikel: CGM / Philipp Streinz

Bildinhalt: Schild Rauchverbot

Bildrechte: ClipDealer / Rebmann

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Widerstand gegen angebliches Aus für Rauchverbot

Gegen das angeblich von FPÖ und ÖVP verhandelte Aus für das generelle Rauchverbot ab Mai 2018 formiert sich bereits Widerstand. Gegner des blauen Qualms in Lokalen haben am Freitag davor gewarnt, beim Nichtraucherschutz einen Schritt zurück zu machen, auch unter Wirten wäre es nicht unumstritten, würde das generelle Rauchverbot wieder gekippt.

Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) erklärte, die rauchfreie Gastronomie in Österreich, die 2015 von der ÖVP und Sebastian Kurz mitbeschlossen wurde, sei aus gesundheitspolitischer Sicht ein Erfolg. "Ein Zick-Zack-Kurs der ÖVP wäre ein massiver Rückschritt." Die Rauchverbote in anderen Ländern würden einen positiven Trend bei Atemwegserkrankungen, Herzinfarkten und Frühgeburten zeigen.

"Es wäre völlig unverständlich und medizinisch unverantwortlich, die endlich begonnene Trendwende jetzt plötzlich wieder umzukehren und nachhaltig zu vernichten," erklärte der Mediziner und Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda. Rauchen sei für ein Drittel aller Krebserkrankungen verantwortlich. Die Initiative "Don't smoke" verfolge die Koalitionsverhandlungen mit großer Sorge.

Auch die heimischen Lungenfachärzte fordern erwartungsgemäß eine Umsetzung des Verbots. "Die erwartbaren positiven Effekte eines generellen Rauchverbotes in der Gastronomie sind für die Gesundheit der Menschen so bedeutend und so vielfältig, dass ein Kippen des für 2018 geplanten Rauchverbots nicht in Frage kommen darf", sagte Peter Schenk, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP). "Irland und Italien zeigen, dass es durch eine solche Maßnahme bei Aktiv- und bei Passivrauchern zu einer raschen Reduktion von kardiovaskulären Ereignissen kommt - bis hin zum Herzinfarkt."

"Aus gesundheitspolitischen Gründen" hat sich am Freitag auch der Hauptverband der Sozialversicherungsträger dagegen ausgesprochen, das ab Mai 2018 beschlossene Rauchverbot in der Gastronomie wieder aufzuheben. Ein Sprecher des Hauptverbandes verwies darauf, dass Rauchen gesundheitsgefährdend und für viele Todesfälle verantwortlich sei. Deshalb investieren die Krankenkassen auch in Prävention. Als Beispiel führte der Hauptverbandssprecher das Rauchfrei-Telefon an.

Kein Verständnis dafür, das 2015 beschlossene Tabakgesetz wieder aufzuheben, hat auch die Fachstelle für Suchtpräventation Vivid. "Die Übergangszeit waren also knapp drei Jahre. Diese außergewöhnlich lange Frist gab allen Beteiligten ausreichend Zeit, sich darauf einzustellen", heißt es in einer Aussendung. Für Geschäftsführerin Claudia Kahr "ist offensichtlich, dass das derzeitige Gesetz zum Nichtraucherschutz nicht funktioniert." Österreich sei seit 2007 das EU-Land mit den schlechtesten Gesetzen zu Tabak, verwies sie auf das Ranking "European Tobacco Control Scale".

Quelle: APAMED