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Datum: Samstag, 14. Oktober 2017

Artikel: CGM / Philipp Streinz

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Psychische Gesundheit genauso wichtig wie körperliche Gesundheit

"Wir müssen psychische Erkrankungen genauso ernst nehmen, wie jede andere Erkrankung", betonte Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) in einer Aussendung. Rund ein Drittel aller Menschen erkranken einmal im Leben an einem psychiatrischen Leiden.

Anfang des Jahres hätte die Bundesregierung den Hauptverband der Sozialversicherungsträger beauftragt, ein Konzept zum Ausbau der Psychischen Versorgung zu erarbeiten. "Wer psychisch krank ist, soll die beste Versorgung bekommen und zwar kostenlos – bei körperlichen Erkrankungen ist das ja auch der Fall", wurde die Ministerin zitiert. Das Konzept sehe konkret vor, dass die Zahl der Therapieplätze von rund 65.000 Plätzen pro Jahr auf mehr als 78.000 im Jahr 2019 gesteigert wird. Zusätzlich liefen Arbeiten, um die psychische Versorgung von Kindern- und Jugendlichen zu verbessern: Bis 2019 sollen demnach rund 3.500 Therapieplätze für Kinder- und Jugendliche in multiprofessionellen Einrichtungen entstehen. Dies könne von Psychotherapie über Ergotherapie und Logopädie bis hin zur Kinder- und Jugendpsychiatrie reichen.

Psychiatrische Erkrankungen betreffen weltweit mindestens rund 400 Millionen Menschen, nach manchen Schätzungen sogar bis zu 1,5 Mrd. Personen. Neben oft viel zu wenig Möglichkeiten für eine fachgerechte medizinische und soziale Versorgung der Betroffenen schädigt die Stigmatisierung der psychisch Kranken die Betroffenen und ihre Angehörigen noch zusätzlich.

Dabei sind psychische Erkrankungen nicht selten, sondern betreffen über die Lebenszeit hinweg rund ein Drittel der Menschen. Etwa jeder Fünfte über 75 leidet an depressiven Erkrankungen unterschiedlichen Schweregrades, etwa jeder vierte über 80-Jährige hat eine demenzielle Erkrankung und viele ältere Menschen, insbesondere über 80-Jährige mit mehreren körperlichen Erkrankungen, zeigen delirante Zustandsbilder. Weltweit leiden rund 45 Millionen Menschen an Schizophrenie, die wohl diskriminierteste psychiatrische Erkrankung. Etwa zehn Prozent der Deutschen und der Österreicher haben Depressionen, etwa die Hälfte davon ist direkt behandlungsbedürftig. 400 Millionen Menschen weltweit betreiben chronischen Alkoholmissbrauch und sind suchtgefährdet. In Österreich stehen rund 900.000 Personen wegen psychischer Leiden in Behandlung.

Quelle: APAMED