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Datum: Sonntag, 22. Oktober 2017

Artikel: CGM / Philipp Streinz

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Drei Österreicher sterben täglich am Prostatakarzinom

Nuklearmedizin kann helfen

Prostatakrebs ist in Österreich die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Jährlich sterben rund 1.150 Personen daran – der Einsatz von nuklearmedizinischer Diagnostik und Therapie wirkt jetzt schon teilweise lebensverlängernd.

Jedes Jahr wird bei 5.000 Österreichern ein Prostatakarzinom diagnostiziert. Das entspricht rund einem Viertel aller Tumorneuerkrankungen bei Männern.

Marcus Hacker
Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Nuklearmedizin und molekulare Bildgebung

 

Aufgrund des Einsatzes nuklearmedizinischer Verfahren in der Diagnose und Therapie von Prostatakarzinomen tragen Nuklearmediziner wesentlich zur Verbesserung der Überlebenschance von Krebspatienten bei.

Um 15 Prozent gesteigert werden kann zum Beispiel die Aussagekraft von diagnostischen Untersuchungen durch den Einsatz der PET-Technik. Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist eine nuklearmedizinische Untersuchung, bei der eine radioaktiv markierte Substanz – der sogenannte Tracer - verabreicht wird, dessen Verteilung im Körper anschließend gemessen wird. In Österreich kommt dieses Verfahren seit dem Jahr 1995 zum Einsatz, seit einigen Jahren stehen Tracer für die Prostata-Diagnostik zur Verfügung. "Dank PET können wir mit zehn bis 15 Prozent höherer Genauigkeit hoch maligne von niedrig malignen Prostatakarzinomen unterscheiden und auch mit zehn Prozent höherer Sensitivität prognostisch ungünstige Tumore aufspüren," sagte Hacker. "Durch diese neuen Techniken können auch Biopsien wesentlich genauer durchgeführt werden. Außerdem kann die darauffolgende Therapie für den individuellen Patienten maßgeschneidert werden."

Eine signifikant bessere Lebensqualität und längere Lebenserwartung bietet die Nuklearmedizin auch bei der Behandlung von metastasierenden Prostatakarzinomen. In 60 Prozent dieser Fälle kommt es zu Metastasen in den Knochen. Hier können etwa durch die Behandlung mit dem nuklearmedizinischen Medikament Radium-223-Dichlorid die durchschnittliche Lebenserwartung signifikant verlängert und die Knochenschmerzen der Patienten deutlich gelindert werden. Die Wirksubstanz reichert sich im Knochen an und gibt eine Alpha-Strahlung ab, welche die bösartigen Zellen auf kleinstem Raum trifft.

Kommt es zu Metastasen in anderen Bereichen, werden derzeit auch bereits nuklearmedizinische PSMA-Therapien durchgeführt. Dabei bindet der PSMA-Biomarker (Prostata Spezifisches Membran Antigen-Biomarker) gezielt direkt an den Krebszellen und gibt eine Strahlung ab. Durch diese "interne" Radiotherapie mit hoher Energie kann die Ausbreitung der Metastasen gestoppt bzw. die Metastasenlast reduziert werden. "Im AKH verzeichnen wir mit dieser neuartigen Therapie erste Erfolge, und es ist bereits gelungen, Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium einzudämmen. Das ist ein ganz entscheidender Schritt für künftige Heilungschancen - auch von bereits fortgeschrittenem Prostatakrebs", sagte Hacker. Ein vielversprechender Ansatz könnte es zudem sein, den Einsatz von PSMA-Biomarkern bereits sehr früh, also schon unmittelbar nach der Erstdiagnose oder auch bei inoperablen Tumoren einzusetzen.

Quelle: APAMED